Als Vermieter trägst du eine besondere Verantwortung für deine Mieter und die von dir vermieteten Objekte. Ein Missgeschick kann schnell zu hohen Schadensersatzforderungen führen, die deine finanzielle Existenz bedrohen können. Genau hier setzt die Vermieterhaftpflichtversicherung an: Sie schützt dich vor den finanziellen Folgen, wenn du für Schäden aufkommst, die Dritten entstehen.
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Keine Produkte gefunden.Wann greift die Vermieterhaftpflicht?
Die Vermieterhaftpflichtversicherung, oft auch als Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht bezeichnet, springt immer dann ein, wenn du als Eigentümer und Vermieter von Immobilien für Personen- oder Sachschäden haftbar gemacht wirst, die deinen Mietern oder Dritten (z.B. Passanten) auf deinem Grundstück entstehen. Entscheidend ist dabei, dass du deine sogenannte Verkehrssicherungspflicht verletzt hast. Das bedeutet, du hast es versäumt, notwendige Vorkehrungen zu treffen, um Gefahrenquellen auf deinem Grundstück zu beseitigen oder zumindest kenntlich zu machen.
Typische Situationen, in denen die Vermieterhaftpflicht relevant wird, sind:
- Schneebedeckte oder vereiste Gehwege: Wenn du die Gehwege vor deinem Haus im Winter nicht ordnungsgemäß räumst oder streust und dadurch ein Passant stürzt und sich verletzt, kann er dich für die entstandenen Kosten haftbar machen.
- Mangelhafte Beleuchtung: Dunkle Treppenhäuser oder schlecht beleuchtete Außenbereiche können zu Stolperunfällen führen.
- Defekte Geländer oder Treppenstufen: Lose Geländer oder marode Treppen können Unfälle verursachen.
- Herabfallende Gegenstände: Wenn beispielsweise ein Ziegelstein vom Dach deines Hauses fällt und jemanden verletzt oder ein Auto beschädigt.
- Schäden durch schlecht gewartete Anlagen: Ein defekter Aufzug, ein tropfender Wasserhahn, der einen Wasserschaden in der darunterliegenden Wohnung verursacht, oder ein undichter Balkon, der zu Schäden an darunterliegenden Flächen führt.
- Tierhaltung auf dem Grundstück: Wenn dein Hund auf dem Grundstück einen Passanten beißt.
Die Versicherung deckt hierbei nicht nur die tatsächlichen Schadensersatzansprüche, sondern prüft auch, ob überhaupt eine Haftung deinerseits besteht. Unberechtigte Forderungen werden von der Versicherung abgewehrt (passiver Rechtsschutz).
Was ist durch die Vermieterhaftpflicht versichert?
Die Vermieterhaftpflichtversicherung umfasst grundsätzlich drei Hauptbereiche:
Personenschäden
Hierzu zählen alle Verletzungen, die einer Person durch ein Verschulden deinerseits zugefügt werden. Das können Knochenbrüche, Prellungen, Schnittwunden oder auch schwerwiegendere Verletzungen sein. Die Versicherung übernimmt dann die Kosten für:
- Heilbehandlungskosten
- Verdienstausfall
- Rentenzahlungen, wenn die verletzte Person dauerhaft erwerbsunfähig wird
- Schmerzensgeld
- Bestattungskosten, im schlimmsten Fall
Sachschäden
Sachschäden betreffen die Beschädigung oder Zerstörung von Eigentum Dritter. Dies kann beispielsweise das Auto eines Mieters sein, das durch herabfallendes Material beschädigt wird, oder das Eigentum eines Nachbarn, das durch einen Wasserschaden aus deiner Wohnung beeinträchtigt wird. Die Versicherung erstattet dann die Kosten für:
- Reparaturkosten oder den Wiederbeschaffungswert des beschädigten Gegenstands
- Reinigungskosten, wenn durch den Schaden eine Reinigung notwendig wird
- Mietkosten für einen Ersatzgegenstand
Vermögensschäden
Vermögensschäden sind finanzielle Nachteile, die nicht direkt aus einem Personen- oder Sachschaden resultieren, aber durch die Haftung ausgelöst werden. Ein klassisches Beispiel ist der Verdienstausfall, der bereits unter Personenschäden genannt wurde. Weitere Vermögensschäden können sein:
- Mietausfall: Wenn deine Mieter wegen eines von dir verursachten Schadens die Miete kürzen oder ausziehen müssen und du dadurch Mietausfälle hast.
- Kosten für die Wiederherstellung eines Zustands, der vor dem Schaden bestand.
Es ist wichtig zu verstehen, dass die Vermieterhaftpflichtversicherung für Schäden aufkommt, die du verursachst. Sie greift nicht, wenn der Mieter selbst oder seine Gäste für den Schaden verantwortlich sind. Ebenso sind Schäden, die durch vorsätzliches Handeln deinerseits entstehen, in der Regel ausgeschlossen.
Was ist in der Regel nicht versichert?
Obwohl die Vermieterhaftpflicht sehr umfassend sein kann, gibt es auch Ausschlüsse. Dazu gehören typischerweise:
- Mietsachschäden am eigenen Mietobjekt: Schäden, die am vermieteten Objekt selbst entstehen (z.B. ein Wasserschaden in der Wohnung des Mieters, den der Mieter verursacht hat), sind nicht durch die Vermieterhaftpflicht abgedeckt. Hierfür kann eine separate Wohngebäudeversicherung oder eine Hausratversicherung des Mieters relevant sein.
- Schäden durch Handwerker: Wenn du Handwerker beauftragst, sind diese in der Regel über ihre eigene Betriebshaftpflichtversicherung abgesichert.
- Vorsätzlich herbeigeführte Schäden: Schäden, die du bewusst und absichtlich verursacht hast, sind nicht versichert.
- Krieg, Streik und innere Unruhen: Schäden, die aus solchen Ereignissen resultieren, sind meist ausgeschlossen.
- Umweltschäden: Bestimmte Umweltschäden können ausgeschlossen sein oder erfordern eine spezielle Klausel.
Wer braucht eine Vermieterhaftpflichtversicherung?
Grundsätzlich benötigt jeder, der eine Immobilie vermietet, eine Vermieterhaftpflichtversicherung. Dies gilt für:
Privatvermieter
Wenn du eine Wohnung, ein Haus oder auch nur ein Zimmer an eine andere Person vermietest, bist du als Vermieter haftbar für Schäden, die auf deinem Grundstück entstehen und auf deine Sorgfaltspflichtverletzung zurückzuführen sind. Das gilt unabhängig davon, ob du nur ein Objekt oder mehrere vermietest. Selbst wenn du nur eine einzelne Wohnung in deinem selbstbewohnten Haus vermietest, bist du als Vermieter gefragt.
Immobilienbesitzer mit mehreren Objekten
Wer eine größere Anzahl von Wohnungen oder Häusern vermietet (z.B. eine Wohnungseigentümergemeinschaft, die Teile ihres Gemeinschaftseigentums vermietet), ist einem erhöhten Haftungsrisiko ausgesetzt. Die Vermieterhaftpflicht ist hier essenziell.
Gewerbliche Vermieter
Auch Unternehmen, die Immobilien vermieten, wie z.B. Immobilienverwaltungen oder Bauträger, sind auf den Schutz der Vermieterhaftpflicht angewiesen.
Besitzer von Ferienwohnungen und -häusern
Vermietest du deine Immobilie als Ferienwohnung oder -haus, bist du ebenfalls als Vermieter haftbar. Hier können durch die häufig wechselnden Mieter und die Nutzung als Feriendomizil besondere Risiken entstehen.
Eigentümer von Garagen oder Stellplätzen
Auch wenn du nur eine Garage oder einen Stellplatz vermietest und durch eine defekte Beleuchtung oder einen unsicheren Zugang ein Schaden entsteht, greift die Vermieterhaftpflicht.
Unterschied zur Privathaftpflichtversicherung
Es ist wichtig, die Vermieterhaftpflicht von der privaten Haftpflichtversicherung zu unterscheiden. Die Privathaftpflichtversicherung deckt Schäden ab, die du als Privatperson anderen zufügst – aber eben nur im privaten Bereich, nicht in deiner Rolle als Vermieter. Wenn du also Mieter bist, schützt dich deine Privathaftpflicht vor Schäden, die du Dritten zufügst. Wenn du Vermieter bist, benötigst du die spezifische Vermieterhaftpflicht, um dich vor den Risiken deiner Vermietertätigkeit zu schützen.
Was du bei der Auswahl der Versicherung beachten solltest
Bei der Auswahl einer Vermieterhaftpflichtversicherung solltest du auf folgende Punkte achten:
Deckungssumme
Die Versicherungssumme sollte ausreichend hoch sein, um im Schadensfall alle potenziellen Kosten abzudecken. Eine Deckungssumme von mindestens 5 Millionen Euro für Personen- und Sachschäden ist empfehlenswert. Bei sehr großen Objekten oder Risiken kann auch eine höhere Deckungssumme sinnvoll sein.
Mietsachschäden am eigenen Objekt
Manche Policen beinhalten die Deckung von Mietsachschäden, die an der eigenen vermieteten Immobilie entstehen können. Das ist ein wichtiger Zusatz, der aber separat geprüft werden sollte, da er nicht immer inkludiert ist und oft separat versichert werden muss.
Forderungsausfalldeckung
Diese Klausel greift, wenn du selbst Opfer eines Schadens wirst, den ein Mieter verursacht hat und dieser Mieter nicht in der Lage ist, den Schaden zu begleichen.
Weltweiter Versicherungsschutz
Falls du internationale Mieter hast oder deine Immobilie im Ausland vermietest, ist ein weltweiter Versicherungsschutz von Vorteil.
Verzicht auf Kürzung bei Verwandten und Angestellten
Prüfe, ob Schäden, die du Dritten, die mit dir verwandt sind oder für dich arbeiten, zufügst, mitversichert sind.

Leistungsstarke Versicherung
Informiere dich über die Reputation des Versicherers und achte auf gute Serviceleistungen und eine schnelle Schadenregulierung.
Die Kosten für eine Vermieterhaftpflichtversicherung sind in der Regel moderat und stellen eine geringe Investition im Verhältnis zum potenziellen finanziellen Schaden dar, den du ohne diese Absicherung erleiden könntest.
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Keine Produkte gefunden.FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Vermieterhaftpflicht: Was ist versichert und wer braucht sie?
Brauche ich eine Vermieterhaftpflicht, wenn ich nur ein Zimmer vermiete?
Ja, grundsätzlich benötigt jeder Vermieter eine Vermieterhaftpflichtversicherung, unabhängig davon, ob er ein ganzes Haus, eine Wohnung oder nur ein einzelnes Zimmer vermietet. Auch bei der Vermietung eines Zimmers können Schäden entstehen, für die du als Vermieter haftbar gemacht werden könntest.
Ist die Vermieterhaftpflicht in meiner Privathaftpflicht enthalten?
Nein, in der Regel ist die Vermieterhaftpflicht nicht in der privaten Haftpflichtversicherung enthalten. Die private Haftpflichtversicherung deckt Schäden ab, die du als Privatperson im privaten Bereich verursachst. Als Vermieter gehst du jedoch eine spezifische Verantwortung ein, die eine separate Versicherung erfordert.
Was passiert, wenn mein Mieter etwas in der Wohnung beschädigt?
Schäden, die dein Mieter oder seine Gäste in der gemieteten Wohnung verursachen, sind in der Regel nicht von deiner Vermieterhaftpflichtversicherung abgedeckt. Hierfür ist der Mieter selbst verantwortlich, und solche Schäden werden idealerweise über die Hausratversicherung des Mieters (für Schäden am Inventar) oder die Wohngebäudeversicherung des Vermieters (für Schäden am Gebäude selbst) abgewickelt, falls der Mieter diese nicht selbst tragen kann.
Übernimmt die Versicherung auch Schäden, die durch meine eigenen Handwerker entstehen?
Die Vermieterhaftpflicht deckt in der Regel keine Schäden ab, die von Handwerkern verursacht werden, die du beauftragt hast. Diese sind normalerweise über ihre eigene Betriebshaftpflichtversicherung abgesichert. Prüfe im Zweifel die Versicherungspolicen der von dir beauftragten Handwerker.
Wie hoch sollte die Deckungssumme sein?
Es wird empfohlen, eine Deckungssumme von mindestens 5 Millionen Euro für Personen- und Sachschäden zu wählen. Diese Summe sollte ausreichend sein, um die meisten potenziellen Schadensfälle abzudecken. Bei größeren Objekten oder spezifischen Risiken kann eine noch höhere Deckungssumme sinnvoll sein.
Was sind Mietsachschäden am eigenen Objekt?
Mietsachschäden am eigenen Objekt bezeichnen Schäden, die an der von dir vermieteten Immobilie selbst entstehen, zum Beispiel durch einen Wasserschaden oder Brand, die durch eine Ursache außerhalb der Verantwortung des Mieters ausgelöst wurden (aber deine Pflicht zur Instandhaltung betrafen). Einige Vermieterhaftpflichtversicherungen bieten eine Zusatzdeckung für solche Fälle an, oder sie werden separat über die Wohngebäudeversicherung abgedeckt.
Kann ich mich gegen Schäden absichern, die meine Mieter verursachen?
Du kannst dich nicht direkt gegen Schäden absichern, die deine Mieter verursachen, da du für diese Schäden in der Regel nicht haftbar bist, solange du deinen Sorgfaltspflichten nachgekommen bist. Du kannst jedoch sicherstellen, dass deine Mieter eine angemessene Hausratversicherung abgeschlossen haben, die Schäden an ihrem Eigentum abdeckt, und du selbst für Schäden durch die Instandhaltung deiner Immobilie (die von deiner Vermieterhaftpflicht abgedeckt werden) geschützt bist.
| Schutzbereich | Was ist abgedeckt? | Wichtige Aspekte | Beispiele |
|---|---|---|---|
| Personenschäden | Verletzungen, die Dritten entstehen | Heilbehandlungskosten, Verdienstausfall, Schmerzensgeld | Sturz auf vereistem Gehweg, herabfallender Dachziegel |
| Sachschäden | Beschädigung oder Zerstörung von Eigentum Dritter | Reparaturkosten, Wiederbeschaffungswert | Beschädigtes Auto durch herabfallendes Material, Wasserschaden beim Nachbarn |
| Rechtsschutz | Abwehr unberechtigter Ansprüche | Kostenübernahme für Anwälte und Gerichtsverfahren | Abwehr von überzogenen Schadensersatzforderungen |
| Forderungsausfall (optional) | Schäden, die ein Mieter verursacht, der nicht zahlen kann | Schutz vor finanziellen Verlusten durch zahlungsunfähige Mieter | Mieter verursacht Schaden und ist insolvent |